Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar ist wirklich eine ganz besondere Zeit. Denn die Familie ist zusammen und es kehrt Ruhe in unseren trubeligen Alltag ein.
Die so genannten Rauhnächte, die zwölf Tage zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag, stammen aus einer Zeit, in der Naturphänomene noch nicht wissenschaftlich erklärbar waren und das Dunkle nur schwer zu vertreiben war, denn die Tage mit Licht waren kurz. Somit entstanden Weissagungen, Bräuche und Rituale, welche wir auch gut in der heutigen Zeit praktizieren können.
Das Räucherritual spielt daher eine große Rolle in diesen Tagen. Es vermittelt uns Wärme und Geborgenheit und schenkt uns Halt und Kraft.
Die verwendeten Räuchermischungen unterstützen uns dabei, Tag für Tag einfach mal innezuhalten und uns zurückzubesinnen, um bei uns selbst anzukommen und dadurch wieder achtsamer zu werden.
Zum ersten Mal habe ich die Rauhnächte bewusst mit Räucherwerk begleitet.
Auch wenn es manchmal gar nicht so einfach war, sich dafür Zeit zu nehmen, war es eine schöne Erfahrung die ich ab sofort nicht mehr missen möchte.
Denn genau jetzt ist es umso wichtiger die Alltagsaktivitäten weniger werden zu lassen und einmal ganz bewusst auf das Vergangene zurückzublicken. Durch die Besonderheit der Tage zwischen den Jahren, ist die Magie hier besonders spürbar.
Für den perfekten Einstieg half mir „Mein Räucherkistchen – Raunächte und Winterzeit“ vom Kosmos Verlag.
Hier eine kurze Zusammenfassung zu den einzelnen Tagen und dazugehörigem Räucherwerk:
1. Rauhnacht:
Thema: Ahnen, Familie, Wurzeln
Tagesfragen: Wie hat das Jahr im Januar begonnen?
Wie bist du mit deinen familiären Wurzeln verbunden?
Räucherwerk: Myrte, Sternanis, Eisenkraut, Kiefernharz, Angelikawurzel
2. Rauhnacht
Thema: Öffnung nach oben, Spiritualität
Tagesfragen: Was ist im Februar passiert?
Was möchte mir meine innere Stimme sagen?
Räucherwerk: Wacholder, Lavendel, Copal, Ringelblume, Alantwurzel
3. Rauhnacht:
Thema: Das Herz
Tagesfragen: Was ist im März geschehen?
Welche Wünsche habe ich?
Räucherwerk: Weihrauch, Sandelholz, Gänseblümchen, Zirbe, Zimt, Rose
4. Rauhnacht:
Thema: Im Hier und Jetzt
Tagesfragen: Wie erinnere ich mich an den April?
Was ist gut und darf bleiben?
Räucherwerk: Eisenkraut, Lärchenharz, Pfefferminze, Weihrauch, Haselnuss
5. Rauhnacht:
Thema: soziales Umfeld
Tagesfragen: Was ist vom Mai noch in Erinnerung?
Mit welchen Freundschaften lebe ich im Frieden?
Räucherwerk: Ingwer, Zedernholz, Gänseblümchen, Angelikawurzel
6. Rauhnacht:
Thema: Loslassen, Abschied
Tagesfragen: Wie habe ich den Juni wahrgenommen?
Was möchtest du im alten Jahr zurücklassen?
Räucherwerk: Labdanum, Birke, Tonkabohne, Linde, Styrax, Damiana
7. Rauhnacht:
Thema: Übergang, Neubeginn
Tagesfragen: Was ist im Juli passiert?
Welche Wünsche und Träume habe ich für das neue Jahr?
Räucherwerk: Rosmarin, Copal, Wacholder, Eukalyptus
8. Rauhnacht:
Thema: Zukunft, Vision, nach vorne blicken
Tagesfragen: Wie habe ich den August verbracht?
Wie nehme ich den Übergang ins neue Jahr wahr?
Räucherwerk: Ringelblume, Wacholder, Eisenkraut, Lorbeer, Rosmarin
9. Rauhnacht:
Thema: Danke und Segen
Tagesfragen: Was habe ich im September unternommen?
Wofür möchte ich ganz bewusst dankbar sein?
Räucherwerk: Weihrauch, Myrrhe, Lorbeer, Fichte, Ysop, Rose
10. Rauhnacht:
Thema: Tatkraft, Handlung, Mut
Tagesfragen: An welche Oktoberereignisse erinnere ich mich?
Wie kann ich meine Lebensenergie verbessern?
Räucherwerk: Wacholder, Muskatnuss, Minze, Thymian, Nelke, Kiefer
11. Rauhnacht:
Thema: Kreis des Lebens
Tagesfragen: Wie habe ich den dunklen November erlebt?
Worin sehe ich den Sinn meines Lebens?
Räucherwerk: Königskerze, Fenchel, Eisenkraut, Kiefer, Frauenmantel
12. Rauhnacht:
Thema: Hingabe, Annehmen, Vertrauen
Tagesfragen: Wie war der Dezember?
Was hat sich gut und stimmig angefühlt?
Räucherwerk: Copal, Johanniskraut, Weidenrinde, Kornblume, Lavendel
Zum Abschluss kommt nun auch unser Kräuterbuschen zum Einsatz, welchen wir am Ende vom Sommer gebunden und zum Trocknen aufgehangen haben.
Ein wunderschönes Ritual um, die Räume zu reinigen und schöne Wünsche hineinzulegen.
Einen guten Start ins neue Jahr!






